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Direktanschluss an Airport wird geprüft

Veröffentlicht von Administrator (idl) am 22.03.2010
News >> Zeitler Kurve

Spitzenrunde in der Staatskanzlei beschließt: Experten sollen sich mit „Zeitler-Plan“ für Verkehrsknoten München befassen.

Ostbayern darf weiter auf einen direkten Fernbahnanschluss zum Flughafen München und direkt weiter zum Hauptbahnhof der Landeshauptstadt hoffen. Am Samstag fand in der Münchner Staatskanzlei ein Spitzentreffen statt: Neben der Diskussion um den Bau einer weiteren S-Bahn-Strammstrecke für München wurde auch ausführlich über die bessere Anbindung des gesamten Freistaates an den Flughafen gesprochen.

Wie die MZ in der vergangenen Woche berichtete, hat der Nabburger CSU-Landtagsabgeordnete Otto Zeitler Ministerpräsident Horst Seehofer einen Plan präsentiert, der es erlauben würde, von Regensburg aus hinter Freising mittels eines Tunnels unter der Isar per Bahn das Flughafengelände zu erreichen. Die Strecke soll dann in den Münchner Stadtnorden fortgesetzt werden und über einen sogenannten Nordtunnel den Hauptbahnhof erreichen. Aus dem Kopfbahnhof würde so ein Durchgangsbahnhof. Der große Vorteil für das Schienennetz in Bayern: Züge aus fast allen Richtungen könnten sowohl über den Flughafen wie über den Hauptbahnhof geleitet werden. Es entstünde so ein leistungsfähiger Bahnverkehrsknoten mit zwei zentralen Umsteigemöglichkeiten.

Lieber den Spatz in der Hand?

Diesem Projekt stehen bisher andere Planungen entgegen. So soll nach dem jetzigen Planungsstand die Bahnlinie Regensburg-München nur mittels einer sogenannten Neufahrner Kurve an den Flughafen angeschlossen werden. Der große Nachteil auf absehbare Zeit: Es wäre nur eine regionale Stichstrecke zum Flughafen ohne direkte Weiterfahrmöglichkeit. Auch der Fernverkehr würde nicht über die Strecke geleitet. Nichtsdestoweniger hat sich zum Beispiel die Industrie- und Handelskammer Regensburg für die Oberpfalz und Kelheim für die Neufahrner Kurve ausgesprochen gemäß dem Motto: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach

 

Bei dem Gipfeltreffen in der Staatskanzlei wurde nun noch einmal eine Option für den Zeitler-Plan also den Nordtunnel eröffnet. Ministerpräsident Horst Seehofer, sein Stellvertreter und Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU), CSU-Landtagsfraktionschef Georg Schmid, Wirtschaftsausschussvorsitzender Erwin Huber (CSU) sowie Sozialstaatssekretär Markus Sackmann (CSU) einigten sich darauf, das Planfeststellungsverfahren für die Neufahrner Kurve erst einmal weiterlaufen zu lassen. Entscheidungsreif ist sowieso noch nichts, weil die Planungen zum Teil noch im Anfangsstadium sind.

Gleichzeitig erhält Zeitler jedoch die Chance, innerhalb eines Vierteljahres seine Vorstellungen zu konkretisieren und sie Experten vorzulegen. Allerdings, das war eine Forderung von Zeitler, sollen darunter auch Gutachter sein, die sich bisher noch nicht eindeutig für andere Trassen ausgesprochen haben. So soll eine Neutralität des Urteils gewährleistet werden.

„Dann werde ich schweigen“

Zeitler ist sich sicher, dass „seine“ Variante nicht nur verkehrstechnisch mehr für München und Bayern bringt, sondern auch finanziell mit anderen Ausbauplänen mithalten kann. Vom Vorschlag, zuerst einmal die Neufahrner Kurve zu bauen und danach seine Variante zu prüfen, hält Zeitler nichts. „Wenn erst einmal ein Haus und eine Garage gebaut ist, fängst man ja auch nicht gleich wieder zum Bauen an.“ In einem Vierteljahr soll dann eine Entscheidung zwischen dem „Zeitler-Plan“ und der Neufahrner Kurve fallen. „Wenn neutrale Experten mir nachweisen, dass ich Unrecht habe, werde ich dann ab sofort schweigen,“ verspricht Zeitler, der aber auf ein anderes Ergebnis hofft.

Der Verfahrenskompromiss soll am Dienstag in der regulären Kabinettssitzung abgesegnet werden. Am Mittwoch wird sich dann die CSU-Landtagsfraktion nochmal mit dem Thema befassen. Mit entscheidend für die Erfolgsaussichten des Zeitler-Plans dürfte sein, wie die Entscheidung über den Ausbau der Münchner S-Bahn ausfällt.

Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) befürwortet eine zweite S-Bahnstammstrecke parallel zur bestehenden Stammstrecke. Dagegen gibt es Widerstand vonseiten zum Beispiel der CSU in München. Dort gibt es Befürworter für einen Nordtunnel zur Entlastung der S-Bahn. Diese Planung könnte natürlich mit dem Zeitler-Plan zusammengeführt werden und ergäbe einen weiteren Kostenvorteil. Einwände, seine Vorschläge würden vom Bund nicht finanziert, lässt Zeitler sowieso nicht gelten. „Für den Transrapid wäre auch Geld geflossen, warum dann nicht für einen Verkehrsknotenpunkt München.“ Noch dazu stelle die CSU doch in Berlin mit Peter Ramsauer den Verkehrsminister. Da müsse es doch möglich sein, zukunftsträchtige Planungen durchzusetzen.

 

Quelle: MZ online v .22.3.2010

 

Zuletzt geändert am: 22.03.2010 um 19:00

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